Moment, das ist wichtig

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(ganz oben: EU-Paläste)

Seuche 2.0

Nun reisst auch im Finanzsektor das Chaos ein, stärker denn je seit der Finanzkrise:

  • alle gehabten und erteilten Kredite werden nun den Banken von Staaten und Notenbanken rückwirkend garantiert. Die Schuldensause selbst muss nicht rückwärts laufen.
  • Die Notenbank der USA kauft jetzt völlig ungesicherte Schuldverschreibungen der Firmen auf.
  • Die EZB und die FED kaufen (die FED bald) Junk-Obligationen von Zombie-Firmen auf.
  • Die USA und EZB weichen die Vorschriften für Bank-Rücklagen/Eigenmittel auf, welche in der Finanzkrise aus gutem Grund erhöht wurden.
  • Die Buchhaltungen der Banken müssen uneinbringliche Kredite nicht gleich zeigen, sondern können sie unter den Teppich wischen.
  • Gewaltige neue Staatsausgaben auf Kredit- und Anleihenbasis zu fast Nullzinsen, kombiniert mit massivem neuem Aufkauf solcher Anleihen durch die FED und EZB: das heisst, indirekt zahlen die Notenbanken alle massiv höheren Staatsausgaben durch Gelddrucken. Dass es über den Obligationenmarkt geht, ist Augenwischerei. Free money.
  • Die Pensionskassen aller Länder wurden von Nullzinsen weg in Aktien getrieben. Jetzt sind die Verluste da, Kursanstiege werden seltener. Ausfinanzieren werden auch hier die Staatskassen dereinst.
  • Nötig sind, wie in der Schweiz, Massnahmen für kleine Selbständige, für Absicherung von KMU-Krediten, Kurzarbeitsgelder, aber keine systemverändernden Rundum-Geldschöpfungen.

Nach all den Jahren "synthetisch hergestellten Wohlstands" durch die Notenbanken sollen keine Reserven, Ersparnisse für auch nur 14 Tage Schliessung da sein?

Trotz dieses Nirvanas mit „free meal“ aus Papier aber sind wir alle ärmer geworden  durch die Seuche, und so erweist es sich, dass diese enormen neuen Staatsmittel nirgendwoher kommen, dass wir gemäss Frédéric Bastiat mittels Staatsausgaben versuchen, dass jedermann auf Kosten jedermanns leben kann.

Seien wir ehrlich: 11 Jahre lang ging alles gemächlich weiter. Niemand musste wirklich umstellen - weder Arbeitende, Firmen, Staaten, Anleger. Und nun wären doch da und dort Konkurse fällig, der Umbau oder Abbau von Staatsaufgaben, Abbau der Kredite und Schulden allseits.

Wie eine bisherige Wachstumsgesellschaft mit jetzt anzulernendem kargeren Konsum der Massen umgehen kann, ist offen. Und der Oekonom bleibt eine weitere Antwort schuldig: Künftig Deflation oder Inflation?