Moment, das ist wichtig

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(ganz oben: EU-Paläste)

Unlogik der gröberen Art

Nummer eins: Die bereits laufende, direkte und indirekte Staatsfinanzierung der USA, Europas, Japans durch die Geldpresse hat ihre Heroldin in Stephanie Kelton, in ihrem Interview zu "Modern Monetary Theory" (NYT vom 9. Juni 2020). Als Begründung für die Geldpresse zur direkten Staatsfinanzierung zieht sie einen ihr bekannten Millionär heran, der seine Töchter zu Hausarbeiten brachte, indem er Geld aus seiner Kreditkarte versprach - er könne also Leistungen gegen Geldversprechen erreichen. So was Dummes ist in der Oekonomie verboten: Robinsonaden, also Beispiele aus Robinsons Insel oder aus der Hauswirtschaft, die eben keine Volkswirtschaft sind. Volkswirtschaft ist Tausch, ist Arbeitsteilung, ist Gesellschaft. Diese Theorie der Ms Kelton ist keine. Arme USA.

Nummer zwei: in den USA rollt die zweite Welle der Corona-Virus-Infektionen an (oder ist es immer noch die erste...?), aber der Finanzminister und die Wortführerinnen der Demokraten reden von einem erneuten One-trillion-Dollar-Paket, um dem zu begegnen. Hat man je Viren und das Lahmlegen ganzer Einzelstaaten mit Gelddrucken bekämpfen können? Dummheit ohnegleichen. Ein Lock-Down ist nötig.

Nummer drei: in der NZZ vom 21. Juni verbreitete sich der sogenannte Philosoph Giorgio Agamben über "Kapitalismus als leere Religion". Eine unsägliche, aus Zitatfetzen zusammengeleierte Suada, ohne jedes Verständnis ökonomischer Art. Doch der Philosoph versündigte sich auf seinem eigenen Gebiet: er schrieb ohne jede Definition von Kapitalismus und von Religion. Philosophische Argumente müssen aber zuerst immer die Begriffe klären. Das entging ihm. Wenn man sagte, dies ist Stammtisch-Gerede, dann beleidigt man den Stammtisch.