Moment, das ist wichtig

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(ganz oben: EU-Paläste - „Unsere Ordnung, die wir nennen die Grosse Ordnung und die Wahre Ordnung und die Endgültige Ordnung“ (Max Frisch, „Die Chinesische Mauer“, 1955)

Low-tech für Unterprivilegierte, mehr nicht!

An meiner Bushaltestelle wirbt "Velafrica" um alte Velos, die nach Afrika gesandt werden sollen. In Paris haben Gender-Frauen Velo-Werkstätten nur für Frauen gegründet, "No 'Mec Anique" die eine, "Maniv'Elles" die andere. Die Entwicklungs-Bewegten denken, damit Afrika einen Anstoss zu geben, die Gender-Frauen wollen "Stereotypen" unter sich, ohne die Männer, besiegen.

Das alles ist Mumpitz. Einerseits sind die meisten Teile Afrikas schon mal über die Fahrradtechnik der 40er Jahre letzten Jahrhunderts hinaus, andererseits machen nun diese Frauen genau das, worüber sie sich eigentlich ärgern: von dem ausgeschlossen zu sein, was Männer wissen und tun.

Warum keine IT-Kurse, Programmierkurse, Meisterschaft in artificial intelligence, Wasserstoff-Energiequellen? Mir käme das Wort von "Mikro-Rassismus" für diese Entwicklungs-Bewegten in den Sinn (auch so eine neue Wortprägung), und von Apartheid für die Gender-Frauen. Aber selbstverständlich würde ich dies nie sagen.

Eine letzte Vermutung: solche Fundamentalisten sind meistens selbst technisch sehr unbegabt und uninformiert und stülpen den zu Fördernden ihre Low-tech-Ideale über. Schade, und etwas lächerlich. Sogar zynisch - sie setzen den lokalen Velohändler und -reparateur schachmatt, der sich emporstrampeln will.

(die Stadt Paris, die eines der "ateliers seulement pour femmes" subventionierte, hat es geschlossen. Paris sei "offen für alle". Très bien, Mme Anne Hidalgo, maire de Paris)