Moment, das ist wichtig

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(ganz oben: Der "Sonder" in Stein AR: Freie hielten hier durch seit der Völkerwanderung: "Sonderrecht" - und feines Restaurant...)

Abstimmung 25. Sept: wer bestellt, der zahlt - das Volk

Wunderliche Dinge geschehen: der deutsche Kanzler verspricht 65 Milliarden € neue Oel- und Preishilfen an die Haushalte (macht im Schnitt ein Geschenk von gegen 3000 € an jeden). Bezahlen? Ist offen, niemand kümmert sich darum. Auf neue Schulden, wie auch I, F, E. Ausserdem fehlt jeder Sachverstand: bei 9% Inflation schürt der deutsche Staat die Nachfrage der Haushalte noch weiter, während die EZB sagt, sie bremse jetzt mit höheren Zinsen: Budget und Notenbank neutralisieren sich. Dumm. "Demand destruction" ist aber nötig: Preisexplosionen durch weniger Käufe bremsen!

In der Schweiz bewilligt sich das Volk am 25. Sept. eine luxuriöse AHV-Reform mit viel Kompensationszahlungen. Aber gleichentags müssen Volk und Kantone auch die höhere MWST dafür bewilligen, sonst fällt die Reform weg. Wer befiehlt, zahlt hier eben.

Die MWST-Abstimmung ist zwingend nötig, weil die Steuersätze in der Bundesverfassung stehen und weil die Schuldengrenze gilt. Die Politiker können also nicht einfach mal die Giesskanne betätigen, später Steuern erhöhen. Sondern das Volk bekommt klaren Wein heute, und muss selbst die Steuern hochschrauben.

(Unter uns: Die ganze Reform ist ein Luxusprodukt, falsch aufgezäumt, eigentlich demagogisch, denn die Verfassung sagt, die Altersrenten hätten "im Rahmen ihrer verfügbaren Mittel" zu sein (BV Arat. 41,3. Dennoch, die einzig verfügbare Reform. Also Nase zuhalten und JA.)

sodann noch dies:

Wehrt Euch gegen Woke, und zwar so:

Die wenigen Schreier mit woke und LGBT kommen nur auf, wenn alle andern feige einknicken, schweigen oder mitmachen. Dagegen helfen Grundsätze:

Woke-Schreier stehen nicht auf "moral high ground". Sondern man soll sagen: wer nicht mitmacht, hat den gleichem moralischen Standard wie Sie.

Moral oder Gefühle des Verletzt-seins sind nicht übertragbar, nicht verhandelbar, daher auch nicht aufzuzwingen.

Wenn sich LGBT-Geneigte hervortun, dann frägt bürgerliche Sitte: seit wann rühmt man sich seiner Bettgewohnheiten?

Im Gesellschaftlichen gibt es keine ewigen Wahrheiten, wer so tut, hat kein Geschichtsbewusstsein.

Der "identity"-Rummel ist zutiefst divisiv, schliesst aus, schafft Gruppenterror.

Die woke-Moralisten, die ewigen Sozialspender auferlegen allen die "Dehnung": Fortschritt ist nur "immer mehr" (Umverteilung, Stützung, und auch jeder Zeltplatz wird zum festen Wohnviertel). Dagegen müssen Besonnene aufstehen, gemäss Grundsatz no.1 oben.

Die Umverteiler, Helfenden geschäften mit dem Geld der andern. nie mit eigenem. Im Gegenteil sie gewinnen NGO-Funktionärsstellen, staatliche Aufsichtsämter damit.

Diese Schreier geben vor, für die andern fürsorglich zu handeln - ohne beauftragt zu sein, oft zu deren masslosem Erstaunen...

Und wegen "Aneignung": "il n'y a point de plus grand honneur que d'être plagié", sagen nüchterne Franzosen. Oder will man alle Kulturen in deren eigenes Gefängnis einschliessen?


Beat Kappeler: im September neu: "Vermögen für alle" NZZ-libro

sowie: "Der Superstaat - von Bürokratie und Parteizentralen und wie man den schlanken Staat zurückgewinnt", NZZ-Verlag, 3. Auflage

24. Aug. 2022