Moment, das ist wichtig

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(ganz oben: Der "Sonder" in Stein AR: Freie hielten hier durch seit der Völkerwanderung: "Sonderrecht" - und feines Restaurant...)

Ohne heilige Schriften!

Heikel sind heute Parteinahmen im Vorderen Orient. Hier etwas viel Heikleres: ist es nicht seltsam, dass die drei Monotheismen (Judentum, Christentum, Islam) alle sozusagen auf den gleichen 100 Quadratkilometern vor 1400 bis 2500 Jahren dort ausgebrütet wurden? Dass sie alle rechthaberisch daher kommen, dass sie hoheitliche Priester führen, die den Gläubigen (und oft anderen) einbläuen, wie sie Familie, Sexualität, Essen, Kleidung, Riten zu beachten haben, und die auf unerbittliche schriftliche Quellen pochen, die natürlich nicht mehr veränderbar und daher absolut, unversöhnlich, autoritär, patriarchalisch gelten. Und alle drei haben - aus heutiger Sicht - ein kleines bis grosses Problem zwischen Männern und Frauen.

Ist das nicht verrückt? Sollte man nicht gleich lieber davon laufen? Beispielsweise in die sanften asiatischen "Religionen", Lebensweisheiten ohne Gott, ohne Götter, oder mit vielen Göttern, die man sich auslesen kann, wie im alten Rom und Griechenland auch?

Wenn dieser zufällige Misch-Masch an Textversatzstücken aus jenen 100 km2 eine Offenbarung sein soll, dann war dieser Gott ziemlich zynisch, wenn er die ganze Menschheit sich seit damals um diese lokalen drei Versionen des Immergleichen balgen hiess. Besser, man lässt es, endlich.

Was allerdings die Astrophysiker einem Ungläubigen anstelle dessen anbieten - ein Nichts, aus welchem sich eines Morgens Energie ballte und die Universa aufblies - ist ebenso nicht zu fassen. Also werde man/frau bescheiden und widme sich dem Alltag, einem besseren Hienieden, und lasse die Unerbittlichkeit!


(auch der Islam entstand rund um diesen erwähnten Flecken, die Schriften wurden im heutigen Mesopotamien zusammengestellt, und enthalten viele Gemeinplätze der zwei anderen Religionsschriften, und kamen auch als Eingriff in die spät-öströmische Debatte um die Trinität daher - das ist sogar im Felsendom - 691 u.Z. -  in Jerusalem prominent ins Mosaik gesetzt. Die Schriften des Christentums enthalten viele Gemeinplätze aus dem Judentum, und der Talmud bietet Gedanken- und Geschäftsfetzen aus dem alten Babylon. Vor unserer Zeitrechnung konnten nur wenige schreiben, und was davon noch übrig blieb, und in den heiligen Schriften kodifiziert wurde, ist zufällig und bunt gemischt). Diese Kompilationen sind nicht ernst zu nehmen.

Die Kämpfe im Namen obiger Religionen sind meist solche um Land, Ethnie, Vorrang, Personen, Reichtum und bares Geld seit je und heute auch. Kann man das nicht zugeben...und dann am Tisch eine Lösung finden?



Bücher:

"Wenn alles reisst, hält die Schweiz? Krieg, Euro, Migration, Schulden, Inflation, Aufruhr, Geopoliltik", Stämpfli, 2023

"Vermögen für alle. Wer die bessere Verteilung hemmt, und wie wir sie erreichen", NZZ libro 2022

"Der Superstaat - von Bürokratie und Parteizentralen und wie man den schlanken Staat zurückgewinnt", NZZ-Verlag, 3. Auflage

"Staatsgeheimnisse. Was wir über unseren Staat wirklich wissen sollten", NZZ libro, 2016