Der "Sonder" in Stein AR, wo Freie Bauern seit der Völkerwanderung aushielten (von: Sonderrecht. Ausserdem heute gutes Restaurant!)
Moment, das ist wichtig

Milliardäre wollen Vermögens- oder Erbschaftssteuer - und irren sich gewaltig
Schon wieder riefen im Februar 2026 zwei Schweizer Milliardäre nach Vermögens- oder Erbschaftssteuern und beweisen ihre Unkenntnis, wie sich in ökonomischen Abläufen die Vermögen bilden und verteilen. Und politisch sind sie auch nicht gerade geschickt - nur Wochen nachdem das Volk eine solche Konfiskationssteuer mit 78% abgelehnt hat.
Die ökonomischen Abläufe sind einfach, wenn man die Einkommensströme einer Volkswirtschaft verfolgt. Zuerst muss man die Ströme sehen, falls Erbschaften besteuert werden: der Staat kassiert sie, der Reichste von allen, und er teilt den armen Vermögenslosen nichts zu, absolut nichts. Er ver(sch)wendet das Geld für allgemeine Ausgaben.
Die Vermögensverteilung würde nur flacher, wenn die Erbschaften oder Vermögensteile weggenommen (Aktien, Liegenschaften) und direkt "in den Vorstädten" den Armen übereignet würden. Denn dies ist der Ablauf der Vermögensbildung - sie entsteht aus Kapitalbesitz (nicht aus Geldvermögen), also aus Firmengewinnen, Bodenrente, Mieteinnahmen, und davon abgeleitet aus aufgewerteten Wertpapieren. Wenn dies nicht, wie in Russland 1917 durch Lenin oder 1949 in China durch Mao enteignet, oder in unseren Verhältnissen in Teilen weggenommen wird, geht am Tage nach einer Erbschafts- oder Vermögensabschöpfung die Akkumulation in den alten, bisherigen Vermögen weiter. Und der Staat schafft schönere Autobahnlampen an... Seine Infrastruktur-Investitionen sind zwar auch Kapitalanlagen, aber kollektive, immer unproduktive, und sie schaffen kein persönliches Eigentum mit seinen Verfügungsrechten.
Die ehrliche Vermögensstreuung kommt nur zustande, wenn:
- Firmen-Mitarbeiterbeteiligungen eingerichtet werden
- Wohneigentum verbreitet wird
- Genossenschaften oder Partnerschaften als Firmenformen auftreten
- die Notenbanken keinerlei Inflation, auch nicht 2% als indirekte Enteignung der Nominal-Sparer dulden
- die Notenbanken mit ihrer Geldwelle aufhören, welche die Wertpapiervermögen treibt
- der Staat nicht etwa Vermögen bestraft und abschöpft, sondern in Ruhe lässt oder fördert
- der Staat keine Subventionen an Branchen, Firmen spendiert
- die Banken keine Kredite mehr über die Einlagen hinaus schöpfen (Buchgeld-Gewinne)
- im Aktienrecht die Schachtelbeteiligungen und andere Raffgier der "Finanzialisierungen" unterbunden werden.
Alles andere ist ökonomischer Irrtum, schlimmerenfalls, meist von links, krasse Demagogie, oder pietistische Sühne-Rede ohne Folge.
4. März 2026
ausführlich behandelt in meinem Buch: "Vermögen für alle. Wer die bessere Verteilung hemmt, und wie wir sie erreichen", NZZ libro, 2022