Moment, das ist wichtig

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(ganz oben: EU-Paläste - „Unsere Ordnung, die wir nennen die Grosse Ordnung und die Wahre Ordnung und die Endgültige Ordnung“ (Max Frisch, „Die Chinesische Mauer“, 1955)

Der Superstaat verliert die Nerven (seine Politiker, Spitzenbeamten)

Nun sind wieder einige Fallmaschen der Finanzmärkte durchgesackt - Grensill, Archegos, mit Milliarden Verlusten bei klar bezifferbaren, unvorsichtigen Grossbanken. Was tun die Politiker, die Spitzenbeamten? Sie versprechen sofort Untersuchungen, dann Kontrollen, neue Regeln. Sie haben das privatwirtschaftliche System abgeschrieben, vergessen, geleugnet: denn normal sind nun mal Irrungen, Wirrungen und Verluste - als Lehrstücke.

Die richtige Reaktion ist hingegen: "schade, passt also alle besser auf. Lest endlich Jahresberichte, Emissionsprospekte, beginnt endlich einmal Unterlagen durchzurechnen. Blickt auf statistisch abschätzbare Risiken, und falls nicht, jammert nicht hinterher".

Hingegen jetzt und künftig können sich alle Leichtsinnigen, Kurzsichtigen, frivolen Spekulaten darauf verlassen, dass die Behörden alles abschätzen, einhagen, absichern. Das ist nicht der Kapitalismus, das ist der sozialistische Nanny-State.

Zu dieser Runde der staatlichen Beglücker gehören leider auch alle (alle!) Medien, auch die Finanzpresse, welche nach Skandal rufen, immer neue Sicherheiten fordern und diese prinzipienvergessenen Politiker und Regulatoren unter Zugzwang setzen.